Der Beginn in Darmstadt

Jan am 18. October 2009 um 17:58

Die ersten zwei Wochen sind jetzt verstrichen und es ist allerhöchste Zeit geworden, dass ich meinen ersten Statusbericht abliefere.

Eins ist schon in den ersten Tagen klargeworden: Mit Organisation hat es der Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt nicht sonderlich. Da wurden schonmal Kurse irgendwo hin verschoben, ohne dass es jemand wusste und auch doppelt gelegt… Naja im Endeffekt hat sich doch alles eingependelt und jetzt rollt das Ding hoffentlich.

Bei den Dozenten ist alles dabei, von klassischen – stark an das gute alte Bild von Kunstlehrerinnen erinnernde – Dozentinnen für Zeichnen, über nette Kumpellehrer bis zu unnahbaren Gestaltungsbrains, oder so ähnlich.

Mein Fächer sind im vergleich zu Philipps Laden ja eher langweilig betitelt… Da gibt es Zeichnen, Fotografie, Digitale Werkzeuge, Typografie, Geschichte & Theorie des Designs und – Schwerpunktfach und auch das spannenste in den ersten Semestern – 2 und 3 dimensionale Gestaltung.

2+3d Gestaltung klingt ja erstmal fürchterlich weit gegriffen, aber nach wenigen Stunden merkte man schnell wie ich die Lehrart hier einzuordnen hatte. Das Grundstudium an der h_da steht in Tradition der HFG Ulm, mit angenehmen breiten Bereich für Gestaltungsgrundlagen und Methodik. Keine Spur von “gestalterischem Genie”, oder der schnellen Badewannenidee, hier gehts am Anfang ums Arbeiten.

Und genauso sehen meine Projekte bis jetzt aus. Beispielsweise einen Ort in Darmstadt, der zufällig über das bekannte Kartendartwurfverfahren ausgemacht wurde erkunden, analysieren und visualisieren, ohne Fotografien versteht sich. Außerdem einen ausgewählten Gegenstand, in meinem Fall einer Cherimoya, mit allen Mitteln zu beobachten, analysieren, ordnen, etc..
Typografie ging eigentlich locker los, erstmal aus dem Stehgreif 2 Buchstaben zeichnen, wie wir denken, kamen bei manchen Leuten “interessante” Sachen bei raus (ich liebe es ja wenn man sich zwanghaft “profilieren” muss und in der Lächerlichkeit landet…); Als Hausaufgabe hieß es zwei Buchstaben aus dem Alphabet der Accidenz Grotesk und der Garamond, die wir als Ausdrucke mit 44mm Versalienhöhe als ausdruck vorliegen hatten, zu vermessen, und auf 140mm zu strecken und nach zu konstruieren.

Digitale Werkzeuge; Lehrer macht auf cool, macht nicht den Eindruck als wollte er uns was beibringen, Hausaufgabe: Anwesenheitsliste setzen… naja.

Lustigstes aber auch sehr spannendes Fach auf jedenfall Theorie und Geschichte. Die erste “Vorlesung” wurde anhand von 4 Coffee2Go Bechern, die der Proffessor aus dem Müll suchte gehalten, mit guten Ergebnissen… Unterricht ist offen und Objektorientiert; erste Exkursion gabs gestern auch schon: Schirn Frankfurt dem alten Moholy Nagy auf den Grund gehen.

Und dann ist da noch der Gerd, Dozent für Bleisatz und Meister der Druckwerkstädte. Toller Mann, freu mich wie Bolle auf Bleisatz.

Ach ja, Fotografie ist auch ganz gut. Netter Kerl, mehr kann ich da noch nich sagen; morgen gibts Stilleben im Studio.

Blindkurs, Zeichnung

Philipp Schäfer am 12. October 2009 um 20:26

So, jetzt gibt es auch mal was auf die Mütze zu sehen, aus dem Zeichnungskurs.

Für Leute wie mich, die nicht zeichnen können, war das heute ein Tag voller Erfolgserlebnisse – wir zeichneten blind Portraits und auch Leute die Zeichnen können waren etwas aufgeschmissen. Nach dem ersten Bild durfte man nach jedem einzelnen Körperteil/Organ auf das Blatt schauen, damit man die Postion ungefähr findet. Spaß gemacht hat, Sinn war wohl seine Linien zu schulen, oder so.

Zeichnung_0003

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Würzburg, die Erste.

Marko Martini am 7. October 2009 um 00:30

Nun melde ich mich als Dritter im Bunde zu Wort. Die ersten Tage im ersten Semester sind bereits verstrichen und das ist sicherlich kein schlechter Zeitpunkt um ein erstes Resümee zu ziehen.

Der Erstsemester-Einführungstag verlief relativ unspektakulär, kurze Begrüßung und Vorstellung eines Teils der Professoren-Riege, allen voran Dekan Uli Braun, der danach noch Einiges zum Studium erläuterte, sinngemäß “bringen Sie sich aktiv ein”, oder “wir arbeiten miteinander, Heimwerker werden es schwer haben.” Und ja, alle Erstis bestätigen, bei uns geht es “familiär” zu. Zugegebenermaßen, der Gedanke an einer Kuschel-Fakultät zu sein lässt mich recht entspannt auf das kommende Semester blicken. Die Grundstimmung ist auf jedenfall positiv. Nach der Einführung gab es den obligatorischen Rundgang durch die gesamten (weit über die Stadt verstreuten) FH-Räumlichkeiten. Abgehakt. Pause übers Wochenende und dann ging’s los.

Die ersten Kurse waren Fotografie, Typografie und Illustration. Da die FH gerade eine Art Verjüngungskur durchzumachen scheint, erwartetenn uns jeweils irritierend junge Dozenten, von denen viele selber an dieser FH studiert haben. Wer schreit Klüngel?! Nur Zyniker! Das ist kein Inzest! Aber Spaß beiseite, die Dozenten machen einen guten Eindruck und ich bin guter Hoffnung dass das erste Semester nicht allzu trocken wird.

Dienstag Abend dann das bisherige Kurs-Highlight: Positionen, Ideen, Konzepte (PIK). Und endlich mal richtige Profs! Und die gibt es scheinbar gleich im Doppelpack: Prof. Christoph Barth und Prof. Carl Frech. Die Hanni und Nanni des KD. Die wohnen sogar zusammen in einer WG und beenden hin und wieder die Sätze des jeweils anderen. Höchst amüsant! Das Fach scheint auch das progressivste zu sein, auf dem Plan stehen Konzeptionen, Analysen, Ideen, Eindrücke, Einblicke ins wahre Berufsleben (es wird viele Gastdozenten geben) und klangvolle Themen wie “ambient und guerrilla“, oder “1000 bilder“. Ja, sie schreiben wirklich alles klein. Aber man spürt es, hier geht es deutlich energiegeladener zu. Endlich.

Der Rest der Woche war noch frei (jawoll!), weil ein paar Profs noch abwesend sind. Aber nächste Woche darf man dann noch gespannt sein wie Designtheorie, Designgeschichte, und Text wird.

Fazit bisher: Das erste Semester wird ein mühevolles Wiederholen, aber auch verheißungsvolle, neue Türen aufstoßen. Alls nei!