Der Beginn in Darmstadt
Die ersten zwei Wochen sind jetzt verstrichen und es ist allerhöchste Zeit geworden, dass ich meinen ersten Statusbericht abliefere.
Eins ist schon in den ersten Tagen klargeworden: Mit Organisation hat es der Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt nicht sonderlich. Da wurden schonmal Kurse irgendwo hin verschoben, ohne dass es jemand wusste und auch doppelt gelegt… Naja im Endeffekt hat sich doch alles eingependelt und jetzt rollt das Ding hoffentlich.
Bei den Dozenten ist alles dabei, von klassischen – stark an das gute alte Bild von Kunstlehrerinnen erinnernde – Dozentinnen für Zeichnen, über nette Kumpellehrer bis zu unnahbaren Gestaltungsbrains, oder so ähnlich.
Mein Fächer sind im vergleich zu Philipps Laden ja eher langweilig betitelt… Da gibt es Zeichnen, Fotografie, Digitale Werkzeuge, Typografie, Geschichte & Theorie des Designs und – Schwerpunktfach und auch das spannenste in den ersten Semestern – 2 und 3 dimensionale Gestaltung.
2+3d Gestaltung klingt ja erstmal fürchterlich weit gegriffen, aber nach wenigen Stunden merkte man schnell wie ich die Lehrart hier einzuordnen hatte. Das Grundstudium an der h_da steht in Tradition der HFG Ulm, mit angenehmen breiten Bereich für Gestaltungsgrundlagen und Methodik. Keine Spur von “gestalterischem Genie”, oder der schnellen Badewannenidee, hier gehts am Anfang ums Arbeiten.
Und genauso sehen meine Projekte bis jetzt aus. Beispielsweise einen Ort in Darmstadt, der zufällig über das bekannte Kartendartwurfverfahren ausgemacht wurde erkunden, analysieren und visualisieren, ohne Fotografien versteht sich. Außerdem einen ausgewählten Gegenstand, in meinem Fall einer Cherimoya, mit allen Mitteln zu beobachten, analysieren, ordnen, etc..
Typografie ging eigentlich locker los, erstmal aus dem Stehgreif 2 Buchstaben zeichnen, wie wir denken, kamen bei manchen Leuten “interessante” Sachen bei raus (ich liebe es ja wenn man sich zwanghaft “profilieren” muss und in der Lächerlichkeit landet…); Als Hausaufgabe hieß es zwei Buchstaben aus dem Alphabet der Accidenz Grotesk und der Garamond, die wir als Ausdrucke mit 44mm Versalienhöhe als ausdruck vorliegen hatten, zu vermessen, und auf 140mm zu strecken und nach zu konstruieren.
Digitale Werkzeuge; Lehrer macht auf cool, macht nicht den Eindruck als wollte er uns was beibringen, Hausaufgabe: Anwesenheitsliste setzen… naja.
Lustigstes aber auch sehr spannendes Fach auf jedenfall Theorie und Geschichte. Die erste “Vorlesung” wurde anhand von 4 Coffee2Go Bechern, die der Proffessor aus dem Müll suchte gehalten, mit guten Ergebnissen… Unterricht ist offen und Objektorientiert; erste Exkursion gabs gestern auch schon: Schirn Frankfurt dem alten Moholy Nagy auf den Grund gehen.
Und dann ist da noch der Gerd, Dozent für Bleisatz und Meister der Druckwerkstädte. Toller Mann, freu mich wie Bolle auf Bleisatz.
Ach ja, Fotografie ist auch ganz gut. Netter Kerl, mehr kann ich da noch nich sagen; morgen gibts Stilleben im Studio.
