R

Marko Martini am 28. November 2009 um 09:55

Hausaufgabe in Typografie bei Heike Czerner: [...]Fotografieren Sie einen von Ihnen gewählten Buchstaben in Ihrem Umfeld.[...]

Hier eine vorläufige Auswahl, mit meinem quasi-Lieblingsbuchstaben, dem Versal-R. Entstanden in der Gegend rund um den Würzburger Bahnhof und der Innenstadt.

Im weiteren Verlauf des Typografie-Kurses sollen die Bilder verfremdet und transformiert werden, am Schluss soll daraus ein Plakat entstehen. Ich werde berichten.

Dienstagsgespräche: Brad Downey

Marko Martini am 24. November 2009 um 22:49

Diesmal ein Blick über den Tellerrand. Street-Artist Brad Downey war zu Gast und zeigte einige seiner Aktionen mit Videos und Bildern. Um Design ging es nicht, viel mehr um die Art und Weise, wie man mit wenig Mitteln Ideen in der urbanen Umgebung umsetzen kann. Anders gesagt: Quatsch machen.

Riesige Herzen in die Verkleidung von Baugerüsten schneiden (einziges Werkzeug: Schere), Gehwegplatten aushebeln und damit eine Dominobahn bauen (Werkzeug: Brecheisen), den Mast einer Überwachungskamera anzünden, einer fünf Meter hohen Napoleon-Statue einen Löffel an die Nase hängen (Titel: “For Sarkozy”)… Klingt nach Spaß!

Downey kann offensichtlich davon leben. Schon wieder jemand der nur macht, was er will, und davon lebt. Ich frage mich immer öfter wieviel Spaß ich später beim Geldverdienen haben werde…

Dienstagsgespräche: Eike König

Marko Martini am 14. November 2009 um 02:07

Stakkatoartig projiziert der Beamer Artworks in rasendem Tempo an die Wand, dazu prescht rotziger Hardcore-Punk aus den Lautsprechern. So stellt er sich vor, der König.

Eike König ist wohl einer der angesagtesten ADs Deutschlands, vielleicht sogar der Welt. Nein, eigentlich ist er eher ein Guru. Für junge, hippe, internationale Designer in Kreuzberg. Trotzdem mag ich ihn! Vor allem aber ist er sympathisch, ehrlich und offen – von wie vielen führenden Kreativen kann man das schon behaupten?

Er lästert über den Art Directors Club und sinnlose Awards, die verlogene Werbebranche, selbstherrliche Kollegen, eingebildete Redaktionen (die “Dummy” kauf ich nicht mehr) und grinst dabei dass es eine Freude ist. In der Schule sei er schlecht gewesen, im Studium ebenso. Und Bachelor oder Master in Design bringen eh überhaupt nix! Der zum Bersten gefüllte Hörsaal lacht. Er hat eben recht.

Die einzige Regel die Eike König bzw. sein Hort befolgt, ist, zu tun was er will und für wen er will. Da wird unsereins ganz schön neidisch.
In den Hort würde ich auch nie kommen, da bin ich gestalterisch wohl viel zu konservativ…

Das erste Dienstagsgespräch, dass ich miterleben durfte. Schön war’s.

Pawel Pokutycki – Interaktives Design

Jan am 11. November 2009 um 19:42

Pawel_P

Ich komme gerade vom Vortrag Pawel Pokutycki (Twitter) im Fachbereich. Da denkt man erstmal “Wer?” und könnte sich wundern, ob man den denn kennen sollte. Er sagte selbst, er sei überrascht über die große Ankündigung – “like a design superstar” – gewesen und ich war skeptisch.

Interaction Design stand da also bei der Beschreibung… ich hatte schon Interfaces und alle möglichen technischen Firlefanzgeschichten im Kopf – aber ich sollte überrascht werden.

Schon in den ersten Minuten machte der sympatische  Den Haager Dozent (http://www.kabk.nl/)  für Interaction/Media/Design deutlich, dass er einen ganz anderen Standpunkt hat. Themen wie AR (Augmented Reality und RFID spielen in seiner Arbeit zwar eine Rolle, sind aber keineswegs Kernpunkt.

Er zeigte uns spielerische Projekte, die am Rand von “Interaktions-Kunst” und -Design stehen und erklärte seine Schwierigkeiten mit Leuten für die Interaction Design “all about pushing buttons” ist.

Mit anregenden Projekten und dem Leitsatz, “everything can be made interactive” listete er “Interactive Books”, “Hacked Magazines” und “Experimental Chairs” auf. Viele analoge Projekte im öffentlichen Raum und auch sehr schöne Print Erzeugnisse gab es da zu sehen.

Toller, (ich hasse es ja aber hier passts mal wirklich) inspirierender Vortrag, der Spaß gemacht hat und motiviert. Einziger Wehrmutstropfen: Beim ganztägigen Workshop zum Thema unter dem Leitsatz “We Design Spam” bin ich nicht dabei, da zollt das Grundstudium seinen Tribut.

Um so öfter so Veranstaltungen stattfinden, um so mehr lerne ich genau diese an dieser Schule zu schätzen! Ich freue mich schon wenn die Halb5 Vorträge in eine neue Saison starten!

alte Meister

Philipp Schäfer am 10. November 2009 um 16:24

Schon vor der ersten Stunde die ersten Stimmen, dass das was gefordert wird zu anstrengend wäre, vor der ersten Abgabe dann die ersten Kommilitonen die den “alte Meister” Kurs bei Professor Uebele abbrechen und den Schein nächstes Semester nachholen wollen. Was also ist dran, am Fiesling Uebele – heute durfte ich, nach einigen sehr interessanten und vor allem allem lehrreichen Stunden über Gestaltung im Allgemeinen und Typografie im Besonderen, die erste Abgabe beim Schreckgespenst der FH Düsseldorf erleben: Alles halb so schlimm – sachliche, faire und hilfreiche Kritik.

Aufgabe war es schlicht und ergreifend eine Schrift zu finden die nicht in digitaler Form vorliegt, von uns vektorisiert wird und dann auf einem Plakat vorgestellt wird. Das Plakat darf nur schwarz/weiß sein, es muss einmal das gesamte Alphabet abgebildet werden und sonst dürfen keine weiteren gestalterischen Hilfsmittel eingesetzt werden.

Sam Winston – Sprache, Text, Bedeutungen

Jan am 8. November 2009 um 16:12

Ich bin gerade bei Podcasts suchen, Sachen lesen und so weiter in meiner sonntäglichen Lethargie über einen Talk von Sam Winston gestolpert.

Der zeigt in seiner Arbeit einen wunderbaren Umgang mit Sprache und Bedeutungsebenen in verschiedensten Formen und setzt das ganze typografisch schmackhaft um. Ein besonders sehenswertes Projekt ist Romeo & Juliet. Nach den Grundsätzen Sammeln, Ordnen, Umordnen zerlegt er das ganze systematisch und fügt es in einen neuen visuellen Kontext wieder zusammen.

Wer Zeit und Lust hat; er hat bei It’s Nice That einen guten kleinen Vortrag über seine Arbeit und sein Verständnis von Sprache etc. gehalten… zu finden hier.

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Ferienskizzenbuch 2.0, Die Leiden des jungen Blum

Thomas am 5. November 2009 um 13:46

nachdem der erste versuch aufgrund von diversen motivationsschwächen zunächst fehl schlug, ging ich beim zweiten anlauf mit neuer taktik und mentaler unterstützung ins rennen. aber zunächst ein wenig hintergrundinformation:

aufgabe des lehrbereichs gestalten II ist es, bis zum 6. semester ein sammelsurium von skizzen an zu fertigen. diese müssen aus 50% freien und 50% architektonischen motiven bestehen, von denen wiederum 50% perspektivisch konstruiert sein sollen. jetzt klingt “ca. 20 blätter gehaltvoller achitektur” nicht sonderlich aufwendig, jedoch werfen einem wörter wie “gehaltvoll” schnell hürden in den weg. was ist gehaltvoll, was nicht? diese frage wollte ich in der zweiten runde schließlich mit: “wenn gehaltvoll, dann richtig!” beantworten.

moderne, rokoko, antike, barock, klassizismus, bauhaus, revolutionsarchitektur … die auswahl ist schier unendlich! aber wo findet man im raum würzburg entsprechende bauten? hierbei halfen mir die US streitkräfte, die freundlicherweise die große auswahl an würzburger motiven ende des WWII drastisch eingrenzten. somit fiel meine wahl auf bekannte wahrzeichen und eher unscheinbare, versteckte schmankerl. festung marienberg und käppele aus der jeweils gegenüberliegenden sicht, der idyllische kreuzweg zum käppele, das tagungszentrum im juliusspitalgarten und der alte kranen.

vermutlich ist die “provinzstadt auf weltniveau” etwas zu klein, um horden von namenhaften architekten an zu locken. doch glücklicherweise bot sich ein kommilitone an, einen tag lang stuttgart unsicher zu machen. bewaffnet mit klappstuhl, skizzenbuch und frisch gespitzten stiften machten wir uns auf, weltkulturerbe in form der weissenhofsiedlung, den schlossplatz in der innenstadt und das frisch errichtete porsche museum zu zeichnen. BAUHAUS, spätklassizismus und zeitnahe architektur, check! gehaltvoller geht nicht.

die restlichen motive bestehen schlussendlich aus zeichenübungen, proportionsstudien und konstruktionsskizzen.

nachdem ich nun nicht unbedingt der begnadeste zeichner bin, hatte ich doch vermehrt spaß beim erstellen der arbeiten. deshalb verspühre ich teilweise das verlangen, das momentan ruhende skizzenbuch wieder hervor zu kramen. vor allem weil sich ich im zuge der vorlesungen der architekturgeschichte immer wieder interessante motive innerhalb würzburgs offenbaren. die möglichkeit tatsächliche gebaute revolutionsarchitektur zu zeichnen, erhalten nicht viele europäer.

gehaltvolles würzburg? gewusst wo!