Thomas am 5. November 2009 um 13:46
nachdem der erste versuch aufgrund von diversen motivationsschwächen zunächst fehl schlug, ging ich beim zweiten anlauf mit neuer taktik und mentaler unterstützung ins rennen. aber zunächst ein wenig hintergrundinformation:
aufgabe des lehrbereichs gestalten II ist es, bis zum 6. semester ein sammelsurium von skizzen an zu fertigen. diese müssen aus 50% freien und 50% architektonischen motiven bestehen, von denen wiederum 50% perspektivisch konstruiert sein sollen. jetzt klingt “ca. 20 blätter gehaltvoller achitektur” nicht sonderlich aufwendig, jedoch werfen einem wörter wie “gehaltvoll” schnell hürden in den weg. was ist gehaltvoll, was nicht? diese frage wollte ich in der zweiten runde schließlich mit: “wenn gehaltvoll, dann richtig!” beantworten.
moderne, rokoko, antike, barock, klassizismus, bauhaus, revolutionsarchitektur … die auswahl ist schier unendlich! aber wo findet man im raum würzburg entsprechende bauten? hierbei halfen mir die US streitkräfte, die freundlicherweise die große auswahl an würzburger motiven ende des WWII drastisch eingrenzten. somit fiel meine wahl auf bekannte wahrzeichen und eher unscheinbare, versteckte schmankerl. festung marienberg und käppele aus der jeweils gegenüberliegenden sicht, der idyllische kreuzweg zum käppele, das tagungszentrum im juliusspitalgarten und der alte kranen.
vermutlich ist die “provinzstadt auf weltniveau” etwas zu klein, um horden von namenhaften architekten an zu locken. doch glücklicherweise bot sich ein kommilitone an, einen tag lang stuttgart unsicher zu machen. bewaffnet mit klappstuhl, skizzenbuch und frisch gespitzten stiften machten wir uns auf, weltkulturerbe in form der weissenhofsiedlung, den schlossplatz in der innenstadt und das frisch errichtete porsche museum zu zeichnen. BAUHAUS, spätklassizismus und zeitnahe architektur, check! gehaltvoller geht nicht.
die restlichen motive bestehen schlussendlich aus zeichenübungen, proportionsstudien und konstruktionsskizzen.
nachdem ich nun nicht unbedingt der begnadeste zeichner bin, hatte ich doch vermehrt spaß beim erstellen der arbeiten. deshalb verspühre ich teilweise das verlangen, das momentan ruhende skizzenbuch wieder hervor zu kramen. vor allem weil sich ich im zuge der vorlesungen der architekturgeschichte immer wieder interessante motive innerhalb würzburgs offenbaren. die möglichkeit tatsächliche gebaute revolutionsarchitektur zu zeichnen, erhalten nicht viele europäer.
gehaltvolles würzburg? gewusst wo!