Um an Philipps letzten Artikel zum Thema “[...] wie ihr euch selbst erlebt und euch verbessert” anzuknüpfen, meine Erfahrung dazu.
Manchmal ist der erste Versuch einfach der beste. Aufgabe war aus den am Anfang des Semesters entstandenen Fotos ein Plakat zu entwickeln. Was folgte war eine ziemlich ausführliche Untersuchung zu Komposition und Varianten, mittels Skribbels, Schneiden, Legen, Kleben…
Nach mehreren LVs und einem ziemlich langweiligen Zwischenergebnis bekam ich dann die Anweisung:
“Lösen Sie sich von dem was sie [in Ihrer Ausbildung...] gelernt haben. Werden Sie freier! Sie machen das schon.”
Aha, also endlich Banause sein! Und es hat funktioniert, irgendwie. Die ganzen Schritte waren wohl notwendig um zu erkennen dass die Spannung, die im Ausgangsfoto schon vorhanden war, nicht verbesserbar war. So wird aus dem Foto das Plakat. Erklären konnte ich es, und auch Frau Czerner, nur mit dem Bauchgefühl.
Lerneffekt: Wenn du dir nicht sicher bist, schick’s zum Drucken. (Frei nach Eric de Haas)
Es geht hier nicht darum wer besser ist, sondern darum wie ihr euch selbst erlebt und euch verbessert.
Jaja, aber wer hat denn jetzt gewonnen?
In Typo konnte ich nun endlich mal mehr als ein: “Machen Sie an diesem Entwurf weiter” ernten. Es sind gar Worte wie: Super und sehr gut gefallen.
So wird das also gemacht: Die Merkmale der Schrift isolieren und herrausstellen (Serifen und kreisrunde Formen bei a, b, c, e, o, p und q), anschließend ein Wort damit schreiben und gewinnen.
Da ich gerade dabei bin für die anstehenden Prüfungen zu lernen, hier eine Empfehlung aus der Disziplin Designtheorie: Das Buch “Bildsemiotik – Grundlagen und exemplarische Analysen visueller Kommunikation” von Thomas Friedrich und unserem verehrten Professor und Tweed-Jacket-Träger Gerhard Schweppenhäuser. Bisher übrigens das einzige Buch, dass ich mir fürs Studium angeschafft habe…
Eine interessante Einführung in Bild- und Textanalyse und Zeichendeutung. Tatsächlich hilft die Bildsemiotik nach dem Schweppenhäuser-Schema dabei, visuelle Kommunikation besser zu hinterfragen und reflektieren. Denotation und Konnotation einer Bild/Textnachricht und die grundlegende Einordnung in indexikalische, ikonische und symbolische Zeichen bilden u.a. die Schwerpunkte im Buch.
Spätestens wenn man seine Diplom- oder Bachelorarbeit vor einem Plenum rechtfertigen muss, lässt sich auf Grundlage dieser Theorien äußerst fundiert und könnerhaft [sic!] argumentieren! Daher eine absolute Empfehlung für jeden Gestalter in den ersten Semestern.
spätestens nach den ersten aussetzern im gehirn, oder dem verlust des sehvermögens auf dem linken auge, war ich mir wieder im klaren darüber: “es ist abgabezeitraum” den anfang macht dieses semester die liebe baukonstruktion. weniger kreativ, dafür mehr ratatatatat stumpfes linien zeichnen, bösartige probleme lösen, ganz viel kotzen und ab und an mal power napping zwischendurch. bauko ist nunmal krieg!
so wie im richtigen krieg, hälts sich auch hier: “die wahrheit stirbt zuerst” man biegt gerne an den unliebsamen tatsachen und dreht so lange alles in jede erdenkliche richtung, bis weniger vorteilhafte stellen geschickt verschwinden … im fachjargon der trickser nennt sich das ganze über knifflige details “ausschweigen”. während der präsentation jedoch haben mein kommilitone und ich unsre stärken gut hervorgehoben und konnten fettnäpfchen gekonnt umschiffen … reine könner!
die für den gemeinen pöbel und fachfremden eher uninteressanten pläne erspar ich dir gemeinen leser (irgendwie unangenehm vom internet aus in der direkten anrede zu stehn gell?) aber selbst die monotonste fleissarbeit bietet raum für kreativität. aus dieser heraus entstand mein erster gehversuch im video editing:
Kommunikationsdesign? So mit malen? Basteln oder wie?
Ich dachte immer, dass es nicht so wäre. Aber Ernüchterung macht sich breit: es ist so.
Zumindest in meinem Form und Farbe Kurs – manche, böse Zunge würden jetzt sagen, dass es an der Dozentin liegt und andere Kurse mit anderen Dozenten “mehr” machen. Oder besser noch überhaupt etwas machen.
Hausaufgabe war vor kurzem: Stellt die vier Jahreszeiten in vier Quadraten dar, die wieder aus 25 Quadraten aus Gouache-farbe bestehen. – Da frage ich mich wie das benotet wird, welche Farben schön sind?
Gelernt habe ich auf bisher noch nichts, vielleicht kommt das ja noch. Das Semester hat ja noch 5 Wochen.
Wie man gemerkt hat ist ja ein neues Jahr. 2009 war toll. 2010 soll noch toller werden.
Es gab in den letzten Jahren, aber vor allem in ebendiesem letzten Jahr ein paar Sachen die immer wieder an mir genagt haben. Beispielsweise meine Neigung permanent zu grübeln. Abgesehen davon, dass das Wort schon schrecklich ist, ist das auch eine sehr nervige Angewohnheit. Ich mache mir prinzipiell immer Gedanken. Vor allem auch in der Gestaltung.
Da kommt mir in einem Gespräch mal mit jemand eine tolle Idee, der Dialog endet dann circa so: “Oh ja, das müssen wir unbedingt mal machen!!!” Und es ward nie wieder gesehen.
Um Ideen zu formulieren rede ich oft mit Menschen darüber. Mir kommt es aber vor als würde genau das Transportieren der Idee ihre Energie in mir völlig töten. Sie wird durch das Formulieren schon in eine Form gegossen, ist somit an der Luft, wie ein zappelnder Fisch verkommt meine Motivation sie umzusetzen.
Und das nervt. Das nervt auch im privaten, wenn man über Sachen drei mal nachdenkt, obwohl man es in der gleichen Zeit zwei mal hätte machen können.
Folglich habe ich nur diesen einen Vorsatz für dieses neue kalte Jahr: Einfach mal machen.
Ein erfolgreichen Chaos-Semesterabschlussendspurt an euch und ein ereignisreiches Jahr für jeden, der hier mitliest!
Ich dudel ja einmal die Woche von Darmstadt über Frankfurt ins gute Bad Homburg um dort zu arbeiten. Eines Tages hatte ich die Kamera dabei und habe das gute Teil auf dem Bahn’schen Mülleimer abgelegt und da Fotos geschossen. Was da raus kam gefiel mir und ich habe es mir gemerkt.
Die Serie beobachtet nun quasi unter gleichen Vorraussetzungen die Situation in- und außerhalb des Abteils.
Das ganze lasse ich als freies Semesterprojekt laufen sozusagen. Dokumentation so.